Ausgepowert statt leistungsfähig?
Was uns Energie nimmt
Müde und ausgelaugt? Ein langer Urlaub wäre toll, ist aber nicht in Sicht. Und ein paar Tage reichen nicht aus, um die leeren Energiespeicher nachhaltig aufzufüllen.
Gemeint ist unsere körperliche, mentale und emotionale Kraft, die bestimmt, wie wir unseren Alltag erleben und gestalten.
Unsere körperliche Energie beeinflusst, wie fit, ausgeruht und gesund wir uns fühlen, die mentale Energie lässt uns klar, konzentriert und fokussiert sein und unsere emotionale Energie bestimmt, wie stabil, positiv und motiviert unsere Gefühlslage ist.
Unser Energielevel kann stark schwanken und wird von verschiedenen Parametern beeinflusst.
Teil 1 - Was uns Energie nimmt
Was ist es eigentlich, was uns die Energie nimmt? Es gibt zahlreiche Gründe. Dazu gehören:
- Permanenter Druck und Stress im Beruf und/oder Privatleben
- Fehlende Zeit für Hobbies, Freunde und sich selbst = Mangel an Me-Time
- Schlechte Routinen wie zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung = zu wenig Selbstfürsorge
- Zu wenig oder nicht erholsamer Schlaf
- Zu hohe Erwartungen an sich selbst wie Perfektionismus, ständige Erreichbarkeit über Handy, E-Mail und soziale Medien, Multitasking
- Unklare Erwartungen, Rollen, Ziele, fehlende Strukturen, zu viele Verpflichtungen u. ä.
- Belastende Beziehungen und schwelende Konflikte
- Einsamkeit, gefühlte Isolation, fehlende Anerkennung und Bestätigung
Diese Aufzählung lässt sich fast beliebig ergänzen. Wenn wir nachhaltig in eine gute Energie kommen wollen, ist es wichtig, dass wir unsere individuellen Energiefresser identifizieren, bewerten, priorisieren und einen persönlichen Handlungsplan erstellen.
Vom Energiefresser zum Handlungsplan in vier Schritten
Schritt 1
Meine Liste: Was nimmt mir Energie?
Notieren Sie Ihre Energiefresser. Nehmen Sie sich Zeit und reflektieren Sie Ihren Alltag. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen und Bewertungen. Tipp: Fragen Sie ggf. jemandem, dem Sie vertrauen, wo Ihre Energiefresser sich verbergen.
- Ich verliere Energie, weil ich zu viele Aufgaben übernehme – privat und geschäftlich.
- Ich verliere Energie durch meine ständige Aufschieberitis.
- Es kostet mich viel Energie, dass ich viele Dinge gleichzeitig machen will und nur wenige beende.
- Mir fehlt Energie, weil ich nicht ausreichend und/oder erholsam schlafe.
- Ich verliere Energie durch …
Bitte vervollständigen Sie Ihre persönliche Energiefresser-Liste.
Schritt 2
Meine Energiefresser bewerten
Was nimmt mir wie viel Energie? Bewerten Sie auf einer Skala von 1–10, welche Situation oder Verhaltensweise Sie leicht bewältigen und welche Sie viel Kraft kostet.
Von 1 = leicht zu bewältigen bis 10 = kostet mich sehr viel Energie
Bitte bewerten Sie alle Ihre Energiefresser.
Schritt 3
Prioritäten setzen
Ziel ist es, in eine gute Energie zu kommen. Wahrscheinlich gibt es mehrere Stellschrauben. Doch welche lohnt sich wirklich? Welche Veränderung zeigt die größte Wirkung?
Analog zum Eisenhower-Prinzip erstellen wir uns eine Matrix. Die Achsen zeigen unseren Energieverlust und unseren Einfluss auf den jeweiligen Energiefresser.
Feld A bedeutet:
Ich erlebe einen hohen Energieverlust und habe gleichzeitig einen hohen Einfluss darauf, die Situation zu ändern. Eine Veränderung ist möglich und sinnvoll.
- Sehr hohe Priorität = Handeln
Feld B bedeutet:
Ich erlebe einen hohen Energieverlust und habe gleichzeitig wenig Einfluss darauf, die Situation zu ändern. Eine Veränderung ist nur eingeschränkt möglich, jedoch sinnvoll.
- Hohe Priorität = Möglichkeiten zur Veränderung prüfen und handeln; Akzeptanz: Nicht alles ist veränderbar!
Feld C bedeutet:
Ich erlebe einen moderaten bis geringen Energieverlust und habe gleichzeitig einen hohen Einfluss darauf, die Situation zu ändern.
- Moderate bis niedrige Priorität = Optimieren, dabei den Aufwand beachten
Feld D bedeutet:
Ich erlebe einen geringen Energieverlust und habe gleichzeitig einen geringen Einfluss darauf, die Situation zu ändern.
- Sehr niedrige Priorität = Vernachlässigen oder abhaken, keine Energie einsetzen
Schritt 4
Mein persönlicher Handlungsplan
Formulieren Sie Ihr Ziel. Achten Sie darauf, dass es konkret, realistisch und von Ihnen erreicht werden kann. Legen Sie einen konkreten Zeitpunkt fest. Überprüfen Sie, welche Ressourcen Sie zum Erreichen Ihrer Ziele haben bzw. welche Sie benötigen. Reflektieren Sie das Ergebnis nach einer von Ihnen festgelegten Zeit.
Beispiel
Ich verliere Energie, weil ich zu viele Aufgaben übernehme – privat und geschäftlich.
Mein Ziel
Ich übernehme nur so viele Aufgaben, wie ich meine Kapazität es zulässt. Das bedeutet konkret …
Realistisch
Wert 8 auf einer Skala von 1-10 | 1= wenig realistisch – 10 = sehr realistisch
Zeitpunkt
Ab Montag, den ….
Ressourcen
NEIN-Sagen, begründetes Nein, „Kuhhandel“ = wenn ich eine zusätzliche Aufgabe übernehme, gebe ich gleichzeitig eine andere vergleichbare ab
Reflexion
Nach vier Wochen: Wo stehe ich? Ggf. weitere Ressourcen nutzen oder erwerben
Impuls
Auch wenn Sie mehrere Energiefresser identifiziert haben, versuchen Sie nicht, alle auf einmal aus dem Weg zu räumen. Das würde wiederum sehr viel Kraft kosten,. Machen Sie einen Schritt nach dem anderen.
Finden Sie Ihren persönlichen Weg zu mehr Energie. Nutzen Sie dazu gerne den Ansatz: Vom Energiefresser zum Handlungsplan in vier Schritten.
Bitte kontaktieren Sie mich, wenn ich Sie unterstützen kann. Gerne erarbeite ich mit Ihnen Ihren konkreten Weg zu nachhaltiger Energie. Basis sind Ihre aktuelle Situation, Ihre Ressourcen, Werte, Motive und Bedürfnisse. Fehlendes Knowhow ergänzen wir.
Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.
Herzliche Grüße und eine gute Zeit
Ihre Cornelia Dill